ERFAHRUNGSBERICHT ZUR ABLEHNUNG DIVERSER ANTRÄGE

Viele Menschen mit einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung kennen dieses Ärgernis: Man benötigt dringend ein bestimmtes Hilfsmittel oder einen höheren Pflegegrad oder eine spezielle Krankenbeobachtung in der Kita oder eine notwendige Rehabilitation und stellt die entsprechenden Anträge auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse. Und zurück kommt erstmal eine Ablehnung.


So wurden, wie im folgenden Bericht beschrieben, diese Anträge für ein kleines 3-jähriges Kind mit einer chronischen schwerwiegenden Hauterkrankung, bei den zuständigen Behörden gestellt. Alle Anträge wurden mit fadenscheinigen Begründungen abgelehnt. Die Begründungen der Ablehnungen hinterließen den Eindruck von Unwissenheit und auch Desinteresse. Ohne sozialpädagogische Hilfe hätte die alleinerziehende Mutter dieses Kindes keine weiteren Schritte unternehmen können, um die durch die Erkrankung entstehenden Nachteile ihres Kindes ausgleichen zu können. Mit einer Sozialpädagogin an ihrer Seite, wurden gegen diese Ablehnungen Widersprüche eingelegt, Widerspruchsbegründungen innerhalb der 4-Wochen-Frist gemeinsam formuliert und der Krankenkasse nachgereicht.


Fazit: Die Bearbeitungszeit des Widerspruchs gegen die Ablehnung des Antrags auf die spezielle Krankenbeobachtung zieht sich hin, sodass nach monatelanger Eingewöhnung eine endgültige Aufnahme in die Kita noch nicht erfolgen kann.


Der Antrag auf Rehabilitation wurde nach dem eingelegten Widerspruch bewilligt. Allerdings muss hier noch die Dauer und der genaue Zeitpunkt der Durchführung geklärt werden.


Der Antrag auf die Erhöhung des Pflegegrades wurde trotz Einlegen eines Widerspruchs abgelehnt. Aufgrund persönlicher Gründe wurde sich für einen Neuantrag zum späteren Zeitpunkt mit weiterer sozialpädagogischer Unterstützung entschieden.


An Aufgeben ist in keinem der Fälle zu denken, denn diese Nachteilsausgleiche stehen allen Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen und dem dazugehörigen hohen Pflegeaufwand zu, was für die Familien allerdings einen langen Atem und vor allem eine zusätzliche Belastung bedeutet.


Aber es werden nicht nur negative Erfahrungen bei Beantragungen von Leistungen gemacht. Je nachdem, bei welcher Krankenkasse oder in welchem Bundesland diese Anträge bearbeitet werden, so scheint doch die Bewilligung der gestellten Anträge, vordergründig von dem unterschiedlichen Wissensstand seltener Erkrankungen abhängig zu sein.


*** Der Beitrag wurde verfasst von Simone Frick, Mitarbeiterin von Alligatura Med. Consilium GmbH



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