Sonnen mit EB – geht das?

Endlich ist es da, das schöne Wetter! Der Winter war lang, die warmen Temperaturen wurden überall in Deutschland sehnlichst erwartet. Doch besonders am Anfang sollten die ersten Sonnenstrahlen noch in Maßen genossen werden – das gilt sowohl für gesunde, besonders jedoch für kranke Haut. Doch wie verhält man sich richtig, wenn Epidermolysis Bullosa im Spiel ist?


„Darf ich denn jetzt mit meinem EB-Kind auch mal raus in den Garten an die Sonne?“ Diese Frage bekommen wir oft zu hören und können immer nur wieder antworten: Ja, sicher. Unbedingt sogar!


Natürlich ist hier eine Sonnencreme mit einem hohen Sonnenschutzfaktor notwendig. Am besten funktionieren Pumpsprays, da diese schon beim Aufsprühen großflächige Hautpartien erreichen. Achtung: Am besten mindestens schon eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad und vor allem nicht zu dünn eincremen, damit die Sonnenschutzfilter aus der Creme in der Oberhaut wirksam werden.


Vitamin-D-Speicher auffüllen


Bei der Kleiderwahl im Sommer tendieren viele nicht umsonst eher zu helleren Anziehsachen. Der Grund ist ganz einfach: Dunkle Stoffe heizen sich bei Sonneneinstrahlung besonders auf, man schwitzt schneller und stärker in dunkler Kleidung. Besonders hier sollten EB-Betroffene bzw. die Eltern von Säuglingen und Kleinkindern darauf achten, dass ihre Kleinen helle Sachen tragen. Denn Schwitzen begünstigt die Blasenbildung.


Aber ist Sonne wirklich auch für EB-Haut gut? Definitiv, mehr noch: Da die Haut von EB-Betroffenen häufig und manchmal sogar zu großen Teilen mit Verbänden bedeckt ist, leiden viele unter akutem Vitamin-D-Mangel. Daher raten wir, ruhig die Verbände einmal ab und UV-Licht an die Haut zu lassen. Generell sollten EB-Patienten ihren Vitamin-D-Speicher stets gut im Blick haben und regelmäßig überprüfen lassen, sodass gegebenenfalls mit entsprechenden Präparaten nachgeholfen werden kann. Die Sommerbräune bleibt jedoch bei EB-Betroffenen in der Regel aus.


Vorsicht bei Sonne, Wind & Sand!


Kommt Sand ins Spiel, ist besondere Achtsamkeit geboten. Denn durch eine Sommerbrise an der See wird dieser auch schon mal in die Augen geweht – gerade, wenn man nah am Boden zum Beispiel auf einem Strandtuch liegt. Beim Herausreiben des Sandes können sogar im Auge Blasen entstehen. Die Kombination Wind, Sand und Sonne erfordern daher besondere Vorsicht.


Zum Schutz der Augen hilft eine Sonnenbrille. Sie schützt auch die empfindliche Netzhaut im Auge, denn vor allem aktuell, die Mai- und Junisonne, wird von vielen unterschätzt. Sie ist besonders gefährlich, da sie zu dieser Jahreszeit noch sehr tief steht und der Ozonschild von Natur aus im Frühjahr noch dünner ist. 


Zusammenfassend halten wir fest:
-    Sonne bei EB ist nicht nur erlaubt, sondern sogar gut für die Haut.
-    Sonnen in Maßen verhindert Vitamin-D-Mangel.
-    Sonnencremes mit hohem Schutzfaktor verwenden.
-    Sonnenbrille zum Schutz der empfindlichen Augen tragen.
-    Obacht bei der Kombination Sonne, Wind und Sand.


*** Fotos: Joel G. - vielen Dank an Mama Jenny fürs zur Verfügung stellen!



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